Im § 29 (1) StVZO ist die Rede von: …haben ihre Fahrzeuge auf ihre Kosten nach Maßgabe der Anlage VIII in Verbindung mit Anlage VIIIa in regelmäßigen Zeitabständen untersuchen zu lassen. Doch was verbirgt sich hinter diesen Anlagen? Wir klären Sie auf und erläutern die wichtigsten Punkte.

Anlage VIII:

1. Regelt Art und Gegenstand der Hauptuntersuchungen, Sicherheitsprüfungen und Ausnahmen.

1.2. Ein Fahrzeug ist als vorschriftsmäßig einzustufen wenn, nach den Vorschriften der Anlage VIIIa und den Richtlinien des Verkehrsblattes, keine Mängel festgestellt wurden und auch sonst kein Anlass zu der Annahme besteht, dass die Verkehrssicherheit gefährdet oder die Umweltverträglichkeit des Fahrzeuges mehr als unvermeidbar beeinträchtigt ist. Fahrzeuge die von Otto- oder Dieselmotoren angetrieben werden, müssen außerdem zu einer Untersuchung der Abgase vorgestellt werden. Folgende Fahrzeuge sind jedoch von einer Untersuchung der Abgase ausgenommen:

  • Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren mit Erstzulassung vor dem 01.07.1969 oder mit einer bbH < 50 km/h oder mit einer zulässigen Gesamtmasse < 400 kg oder mit weniger als 4 Rädern
  • Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren mit Erstzulassung vor dem 01.01.1977 oder mit weniger als 4 Rädern oder mit einer bbH < 25 km/h
  • Fahrzeuge mit rotem Kennzeichen oder Kurzzeitkennzeichen, lof-Zugmaschinen, selbstf. Arbeitsmaschinen
  • Krafträder mit Erstzulassung vor dem 01.01.1989

1.3 Desweiteren gibt die Anlage VIII Auskunft über den Umfang der Sicherheitsprüfung. Sie umfasst eine Sicht- Wirkungs- und Funktionsprüfung des Fahrgestells und Fahrwerks, der Verbindungseinrichtung, Lenkung, Reifen, Räder, Auspuffanlage und der Bremsanlage.

2. Untersuchungsfristen:

Fahrzeugart HU SP Jahr
1 2 3 4 5 6
Krad 24/24
PKW (Krankenwagen,….) ≤ 8 Fahrgäste 36/24
KOM > 8 Fahrgastplätze 12/12 1 1 3 3 3
LKW, SFA, Zugm. bbH≤40km/h od. zGG≤3,5t 

3,5 t < zGG ≤ 7,5 t

7,5 t < zGG ≤ 12 t

12 t < zGG

24/24
12/12
12/12 1 1 1
12/12 1 1 1 1
Anhänger, angehängte. Arbeitsmaschine. Wohnanhänger zGG≤ 750 kg od. ohne Bremse 

bbH ≤ 40 km/h od. 750 kg < zGG ≤ 3,5 t

3,5 t < zGG ≤ 10 t

10 t < zGG

 

36/24

 

 

 

 

 

 

24/24
12/12
12/12 1 1 1 1
WoMo zGG ≤ 3,5 t 36/24
3,5 t < zGG 24/24/24/12/12 ??

 

Stellt der Prüfer keine Mängel fest, so ist die Prüfplakette nach §29 (3) zu erteilen. Werden geringe Mängel festgestellt sind diese im Untersuchungsbericht einzutragen. Eine Prüfplakette kann zugeteilt werden, wenn davon auszugehen ist, dass der Halter die Mängel unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb eines Monats beheben lässt. Bei erheblichen Mängeln darf keine Prüfplakette zugeteilt werden. Der Halter muss alle Mängel unverzüglich beheben lassen und das Fahrzeug zur Nachuntersuchung vorführen. Werden Mängel festgestellt, die das Fahrzeug verkehrsunsicher machen, ist die vorhandene Prüfplakette zu entfernen und die Zulassungsstelle zu informieren.

Der Untersuchungsbericht muss folgende Angaben mindestens enthalten:

  • Untersuchungsart
  • amtliches Kennzeichen des Fahrzeuges
  • Erstzulassungsdatum des Fahrzeuges
  • Hersteller (HSN), sowie Fahrzeugart und Fahrzeugtyp (TSN)
  • Fahrzeugidentifierzungsnummer
  • Monat und Jahr der zuletzt durchgeführten Hauptuntersuchung
  • Kilometerstand
  • Datum und Ort der Durchführung der Hauptuntersuchung
  • Uhrzeit der Mängelfeststellung & Feststellung der Mängelbeseitigung
  • Name und Anschrift der untersuchenden Stelle
  • Unterschrift mit Prüfstempel und PI-Nummer
  • Monat und Jahr des Ablaufs der Frist für die nächste HU
  • Angaben über festgestellte Mängel
  • Bremswerte der Betriebs- und Feststellbremse
  • Entscheidung über die Zuteilung der Prüfplakette
  • Anordnung der Wiedervorführpflicht
  • Angaben über Entgelte / Gebühren